Ethereum Konkurrenten und Nutzer im Vergleich

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Der folgende Artikel ist ein Auszug aus meinem Buch, „Das Ethereum Handbuch„. Ich habe es vor einigen Tagen an mehreren Stellen aktualisiert, und dieser Überblick ist ein Teil davon. Wer sind die Ethereum Konkurrenten und Nutzer?

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Projekte, die auf Ethereum aufbauen

Aktuell gibt es eine Vielzahl von Firmen, Banken, Startups und freien Entwicklern, die auf Ethereum und dem ERC-20 Standard ihre Projekte aufbauen. Allen gemeinsam ist, dass sie den verteilten dezentralisierten Ledger verwenden. Hier sollen einige vorgestellt werden. Ethereum Anwender sind:

Microsoft Azure

Microsoft hat sich mit seiner cloud-basierten Blockchain as a Service (BaaS) im Cloud-Dienst Azure in den Markt vorgewagt. Microsoft hat mehrere verteilte Ledger ausprobiert und dabei unter anderem Ripple, Factom und Emercoin in ihrem Dienst integriert. Die Medien richteten ihre Aufmerksamkeit allerdings auf die Ethereum-Integration. Auch das internationale Blockchain-Konsortium R3 baut auf der Azure-Plattform mit Ethereum auf, um eine Bank-zu-Bank Lösung aufzubauen. Aktuell wurde der Dienst bereits ausgerollt.

Hier erfährst du mehr.

Augur

Auf Basis der Ethereum-Blockchain baut das Marktvorhersagemodell Augur auf. Nutzer können Ereignisse mit der eingebauten Software prognostizieren und auf die statistischen Fähigkeiten der Programme zurückgreifen. Wetten auf Spiele, Wahlen und sonstige Ereignisse sind so einfach gemacht.

Das Protokoll zeichnet sich dadurch aus, dass vertrauenswürdige Nutzer mit einem Token namens REP (Reputation) belohnt werden. Diesen erhalten Nutzer, wenn sie das System ehrlich verwendet haben. Der Token hat sich zwischenzeitlich zu einem Wert von 50€ aufgeschwungen.

Ethereum Konkurrenten:

ethereum konkurrenten counterparty

Counterparty (Counterparty.io): Counterparty ist ein Coin, der ganz ähnlich zu Ethereum aufgebaut ist, aber auch mit Bitcoin interagiert. Ebenfalls kann Counterparty bereits seit November 2014 mit Ethereum interagieren. Counterparty bezeichnet sich als freie und offene Plattform, die es jedem mit einer Internetverbindung ermöglicht mächtige finanzielle Hilfsmittel zu verwenden.

Indem das Bitcoin Netzwerk benutzt wird, schafft Counterparty einen robusten und sicheren Marktplatz auf der Bitcoin Blockchain und ist einer der wichtigsten Ethereum Konkurrenten.

Ethereum Classic: (https://ethereumclassic.github.io/). Ethereum Classic ist der fork der ursprünglichen Blockchain, aus dem auch die heutige Ethereum Blockchain entstand. Der Fork entstand nach dem DAO – Hack. Ethereum Classic ist sozusagen die Blockchain, die so weitermacht, ohne die DAO- Transaktionen zurückzuholen. Im eigentlichen Sinne ist sogar die heutige Ethereum-Blockchain der Fork und nicht Ethereum Classic, da ja nach dem Hack die jetzige Ethereum-Blockchain zurück „geforkt“ wurde.

Die Ethereum-Entwickler hatten sich zu diesem Schritt nach dem Bekanntwerden des Hacks entschlossen, da dieser Hack das gesamte Ethereum-Projekt in Verruf brachte. Nach seinem Umsetzen wurde die Ethereum-Blockchain auf den Stand vor dem Fork zurückgestellt, somit hatten die Nutzer nichts verloren. Ethereum Classic ist aber weiter im Hintergrund aktiv, da vor allem Nutzer, die „Code als Gesetz“ sehen, gegen den Fork waren.

NEO (https://neo.org/): NEO wird als das „Chinesische Ethereum“ bezeichnet. Es ist wie Ethereum eine quell-offene Blockchain Plattform, die auf einem dezentralisierten Netzwerk fußt. Obwohl diese Beschreibung ganz ähnlich klingt, liegen zwischen Ethereum und NEO doch Unterschiede.

So ist NEO zum Beispiel viel mehr skalierbar als Ethereum. Es verarbeitet mehr Transaktionen und die Wartezeiten für Transaktionen sind kürzer. NEO kann aktuell rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten.

NEO unterstützt außerdem mehrere Programmiersprachen. Ethereum baut mit Solidity auf einer neuen Programmiersprache auf, wohingegen NEO beispielsweise C#, Java und anderen verbreiteten Sprachen angesprochen werden kann. Somit kann NEO schneller Entwickler anziehen, die auf dieser Basis smarte Verträge entwickeln wollen.

Die NEO Entwickler wollen außerdem die Hard-Fork Thematik umgehen, weswegen NEO so umgesetzt wurde, dass es schwierig ist, einen Hard Fork umzusetzen.

Schließlich ist der entscheidende Unterschied, dass NEO nicht geschürft wird. Anstelle erhalten die Besitzer von NEO die sogenannte NEO Gas, eine Art Teilnahmeprämie.

 

Stratis (http://stratisplatform.com): Stratis unterstützt C# sowie das Microsoft .NET Rahmenwerk. Stratis sieht sich als „Blockchain as a Service“ (BaaS) Plattform, die Firmen eigene private Blockchains erlauben will. Der Entwicklungsprozess soll so verschlankt werden und gleichzeitig soll den beteiligten Firmen eine schnelle Plattform geboten werden.

Die Firmen sparen so Entwicklungskosten und bauen auf modularen Rahmenwerken auf. Smarte Verträge sind ebenfalls möglich.

LISK (https://lisk.io/): LISK ist eine weitere Blockchain Plattform, die ebenfalls auf JavaScript aufbaut. Dezentralisierte Anwendungen können so in LISK ausgeführt werden. Bei LISK ist die Blockchain etwas anders interpretiert, da eine „Sidechain“ erstellt werden kann. Auf die diese Weise können wie in Ethereum private Blockchains auf Basis der Haupt-Blockchain erstellt werden. Was auf der Sidechain passiert, tangiert aber nicht die Haupt-Blockchain.

EOS (https://eos.io/): EOS ist von Dan Larimer gegründet worden, einem Multitalent, der auch bei der Plattform Steemit und der Tauschbörse Bitshares beteiligt ist. Er ist ein Programmierer, der seine Mission darin sieht, „Lösungen des freien Markts für Sicherheit, Freiheit und Besitz zu verbreiten“.

EOS kombiniert konkret Dapps, Smarte Verträge und eine hohe Skalierbarkeit. EOS strebt an, zu einer Plattform für Firmen zu werden, und möchte verteilte Datenbanken, Authentifizierungssysteme, Kontowiederherstellung und teilweise sogar unbegrenzte Skalierbarkeit anbieten.

Codeänderungen werden über Abstimmungen der Kontenhalter geplant, und nichts passiert ohne Zustimmung der Beteiligten.

Um die Skalierbarkeit des Proof-of-Work basierten EOS zu erhöhen, werden Blöcke noch in Zyklen getrennt, die sequentiell bestätigt werden. Dieser Schritt senkt die Latenzzeit. Die Token in EOS sind nur für die Abstimmungsfunktion gedacht.

Chainlink (smartcontract.com/link): Chainlink ist zunächst nicht als direkter Wettbewerber Ethereums zu sehen, da es eine Plattform ist, die an einer Technologie namens Oracles arbeitet. Damit könnte Chainlink zu einem Verbindungsstück für smarte Verträge werden, denn die Oracles-Technologie soll externe Daten in die Blockchain speisen.

Beispiele für solche Daten sind Aktienpreise, Banktransfers, Kennzahlen (das Wetter, Sport), Wechselkurse oder sonstige Daten. Mit Chainlink könnten Smarte Verträge auf diesen Daten aufbauen.

Diese externen Daten werden dezentralisiert eingespeist, sodass es auch keinen zentralen Fehlerpunkt geben kann, was Manipulation erschwert. Anstelle gibt es verschiedene „Oracle“-Knoten, die Daten aus verschiedenen Quellen ziehen. Die Quellenanbieter werden in Chainlink-Token bezahlt. Das soll ein Anreiz sein, richtige Daten zu liefern. Chainlink könnte so zu einem zentralen Datenlieferanten für smarte Verträge werden! Unter den Ethereum Konkurrenten ist Chainlink daher besonders wichtig.

 

Fazit

Ethereum ist in Europa die bekannteste Blockchain-Plattform für smarte Verträge, aber mit dem NEO Projekt ist ein mächtiger Konkurrent am Wachsen. Weitere Ethereum Konkurrenten sind ebenfalls am Wachsen und haben unterschiedliche Vorteile. Alle werden sich am Markt beweisen müssen. Du kannst mehr über Ethereum in meinem Handbuch erfahren:

 

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