Der Krypto-Krach nach dem chinesischen Durchgreifen gegen ICOs

Ethereum und Bitcoin sind diese Woche gekracht mit Verlusten um die 20%, nachdem die Volksrepublik China ankündigte, ICOs (Markteinführungen von Coins) massiv regulatorisch unter die Lupe zu nehmen. Konkret teile die Zentralbank mit, ICOs seien illegal und würden die Finanzmärkte stören. Die PBOC – Bank des Chinesischen Volkes – forderte auf, alle Aktivitäten zur Anwerbungen von Mitteln unverzüglich einzustellen und hat so die stärkste bisher ausgesprochene Warnung gegen ICOs bekanntegegeben. Die Zentralbank teilte mit, Ermittlungen rund um ICOs abgeschlossen zu haben und wird in Zukunft Neunotierungen bestrafen, und Rechtsbrüche vorhandener Coins ebenfalls bestrafen.

Die Behörde teilte mit, dass Organisationen oder Einzelne, welche ICOs durchgeführt hätten, das gehobene Geld zurückgeben sollten, um die Investoren zu schützen und Risiken richtig zu behandeln. Die Behörde teilte nicht
mit, wie das Geld zurückgegeben werden sollte. Damit ist das kürzliche erfolgte Durchgreifen der US Finanzaufsicht SEC noch weiter eskaliert worden, da die Volksbank außerdem erklärte, dass digitale Gutscheine und Handelsplatformen durch Umwandlung von Fiat Währungen zu finanzieren sei illegal. Digitale Token können nicht als Währung auf dem Markt angeboten werden und Bnaken ist es untersagt, Dienste für ICOs anzubieten, auch wird ihnen untersagt Währungen zu bepreisen oder Informationen zu verteilen.

Sind digitale Währungen Währungen oder was?

Am wichtigsten war die Entscheidung, dass „digitale Währungen nicht als Währungen auf dem Markt“ eingesetzt werden dürfen, zusammen mit der Warnung, dass „China strenge Strafen vorsieht für fortgesetzte Angebote und Regelverletzungen bereits durchgeführter ICOs“. Die Zentralbank bezog sich nicht wörtlich auf Bitcoin oder Ether. Bitcoin stürzte um 8% ab, ein Sturz der zuletzt im Juli so passierte, auf ca. 4.000€. Ethereum sank um 11% am Montag auf 280€, nachdem es letzte Woche bei fast 350 € gelegen hatte.

Ethereum Kurs in den letzten 30 Tagen- Quelle: finanzen.net

„Dies ist ein erster Schritt den wir in vielen gesetzgebenden Ländern sehen, auch wenn er so nochmal darüber hinausgeht was bisher gesehen wurde. Die Kurzfassung ist – die Regulierung wird kommen“, sagte Jehan Chu,
teilhabender Partner der Kenetic Capital in HongKong, die sich auf Tokenverkäufe spezialisiert hat in einem Interview mit Bloomberg.

„China musste handeln, wegen seiner Größe und der Tatsache dass es eines der spekulativsten ICO Märkte ist“.

Die Rolle der ICOs

ICOs haben im Jahr 2017 einen massiven Schub bekommen und konnten rund 1,6 Milliarden € heben, womit sie viele Wagniskapitalgeber überholt haben. Andererseits wurden sie als Gefahr für Chinas wirtschaftliche Stabilität gesehen, denn die Behörden kämpfen mit damit, die Finanzkanäle der ICOs zu zähmen die sich unter dem traditionellen Banksystem ausbreiten.

Häufig werden ICOs als Alternative zu Wagniskapital und Investmentfirmen gesehen und so die Aufmerksamkeit der Zentralbanken auf sich gezogen, die darin eine Gefahr innerhalb ihrer Macht sehen. Auch wenn China nur knapp der größte ICO Markt ist, ist es doch aktuell das Land, in dem rund ein Viertel aller blockchain basierten Finanzierungsaktivitäten stattifnden – am 18. Juli waren es 43 Projekte, die dem nationalen Komittee der Experten zur Zahlungssicherheit um Netz vorliegen. 65 Projekte sind bereits abgeschlossen, die rund 350 Mio. € gehoben haben.

Zufälligerweise hatte im Juli die US Aufsicht SEC ein ähnliches Durchgreifen angekündigt, der sich langfristig wohl zum Nutzen der Kryptowährungen erweisen wird, da kriminelle und sonstige Ideen im unregulierten Markt einfacher vorankommen, dass die Entscheidung der chinesischen Zentralbank sich durchaus als positiv auf lange Sicht erweisen könnte.

„Es ist eine sinnvolle Entscheidung unter dem Hinblick auf die schnelle Entwicklung vieler schlechter und möglicherweise in betrügerischer Absicht geschaffener Coins in letzter Zeit“ sagt Emad Mostaque der Mit-Geschäftsführer der Londoner Capricorn Fondsgesellschaft.

„In der Blockchain liegt viel Wert, aber hochqualitative ethische Angebote sollten getrennt werden von denen, die nur einen Weg finden wollen, das Gesetz zu umgehen für einen schnellen Profit“.

Tatsächlich hat auch die SEC die Aufmerksamkeit erhöht, als sie ankündigte, dass ICOs möglicherweise als Wertpapiere gesehen werden, aber ein härteres Durchgreifen wurde nicht angekündigt. Die Regulierungsbehörde möchte Investoren schützen und kündigte an, dass ausgebende Firmen ihre Angebote registrieren müssen, außer es liegen triftige Gründe vor.

Die hohen Geldbeträge, die nun in kurzer Zeit mit Kryptowährungen angezogen wurden, haben auch Internetkriminelle angezogen, die Schätzungen zufolge rund 10% der gesamten ICOs für Geldwäsche oder
ähnliche Dinge missbrauchen, so erklärt die New Yorker Firma Chainanalysis, die sich auf das Analysieren von Transaktionen spezialisiert hat und Anti-Geldwäsche Software verkauft.

Herr Chu von Kenetic Capital meint, dass „China schlussendlich Tokenverkäufe zulassen wird“, aber nur auf geprüften Plattformen und die Projekte einzeln prüfen wird.

„Ich denke, sie werden Tokenverkäufe zulassen in einem Format, welches ihnen sicher scheint und welches messbar ist“.

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