Ist Bitcoin anonym?

Es gibt immer wieder Diskussionen um Privatsphäre bei Krypto-Währungen. Der Gründer von Alt-Market.com, Brandon Smith, warnte vor einigen Wochen beispielweise, dass Bitcoin gar nicht so anonym sei:

„Viele Jahre war eins der Verkaufsargumente für Bitcoin seine „Anonymität“. Ziemlich viele Leute sind auf diesen Schwindel reingefallen.“

Die Enthüllungen Edwards Snowdens und von Organisationen wie Wikileaks zeigen ja, dass nur Narren daran glauben dass etwas in der digitalen Welt anonym sei. Die Regierung hat gezeigt, dass keine Anonymität vorhanden ist, auch nicht für kurze Zeit, denn Festnahmen rund um Bitcoin Transaktionen sind schnell umgesetzt worden, wenn das FBI Interesse hatte. Wenn die Regierung Bitcoin Transaktionen überwachen kann und will ist jedwedes Versprechen von „Anonymität“ sinnlos.

Bitcoin Anonym? Der Blockchain Ledger kann ausgewertet werden

Jede Transaktion wird auf dem öffentlichen Blockchain Ledger verzeichnet, der mit bereits vorhandenen Programmen ausgewertet werden kann, um Überweisungen weltweit zu ort und finden. Die meisten der Bitcon Transaktionen finden auf Tauschbörsen statt, deren Firmen irgendwo im Westen ihren Sitz haben. Das bedeutet auch, dass die Regierung schnell sich Zugriff auf die Daten verschaffen kann.
Somit ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Aufzeichnung deiner originalen Bitcoin Transaktion, nämlich die Bankabhebung oder der Kreditkartentransfer irgendwo gespeichert ist und die Behörden im Zweifel darauf zugreifen können. Die Firmen werden sich nicht dagegen wehren – und wenn doch, werden sie bezahlen. Häufig fordern solche Börsen mittlerweile auch Ausweispapiere an – einen Führerschein deinen Pass oder eine Telefonnumer um überhaupt das Konto anzuschalten. Soviel zum Thema, dass Bitcoin anonym ist.

Für die Ermittler sind damit digitale Währungen sogar einfacher zu finden und die Online- Kryptoaktivitäten können jederzeit verfolgt werden. Die US Steuerbehörde IRS hat bereits Werkzeuge eingeführt, um die Blockchain zu interpretieren um so Einzelpersonen zu finden, die von der Kryptowährung profitiert haben aber diese Gewinne nicht versteuern.

Bitcoin.com berichtet dazu:

„Laut einem Vertrag, den die Seite DailyBeast zugespielt bekommen hat, kann die IRS nun Bitcoin und andere Kryptowährungsadressen erkennen und verfolgen. Die passiert um potenzielle Steuervermeider zu erwischen.
Sie hat dazu ein Programm der firma Chainalysis erworben.

Das Dokument beschreibt, dass „Kriminelle“ digitale Währungen erworben haben um Geld zu waschen, Drogen zu handeln und sonstige verbrecherische Dinge zu tun. Andere Kriminelle haben digitale Währungen verwendet,
um Steuerschulden zu vermeiden und ihre Steuern nicht bezahlt.

„Das Dokument zeigt, wie die Behörden nicht nur sich mit Kriminellen beschäftigen, die Bitcoin als Währung für Drogenverkaufe oder Ziel zum Hacken verwenden, sondern auch mit solchen, die mit Bitcoin ihr Vermögen
verstecken wollen oder Steuern vermeiden wollen.“

Die IRS will auf Kryptogewinne Steuern erheben … und 2015 haben 802 Amerikaner solche angegeben

Einer der Gründe für das plötzliche Interesse der IRS an digitalen Währungen ist die Tatsache, dass nur 802 Personen im Jahr 2015 Verluste oder Gewinne mit Bitoin angaben. Der Artikel erwähnt, dass viele denken, auf Bitcoin müsse man keine Steuern zahlen. Andere dachten wohl, sie könnten das Steuer zahlen einfach „vergessen“. Im Zuge dieser Erkenntnis beriet sich die IRS mit Chainalysis, und erhält nun Zugriff auf deren Werkzeug zur Analyse aller Trannsaktionen. So können all Börsen überwacht werden.

Das Werkzeug von Chainalysis ist ein sogenanntes Überarbeitungswerkzeug. Es überwacht alle Transaktionen auf dem Ledger und wertet sie aus. Behörden wie die Steuerbehörde, Justizbehörden und Banken werden dieses
Werkzeug verwenden können.

Seit 2015 hat Chainalysis dafür 88.700,– von der IRS bekommen.

Wer also Bitcoin hält, ist auch voll im Visier- denn bereits schon im Jahr 2014 hat die US Regierung erlassen, dass konkrete Tatsachen nicht notwendig sind, um auf einer „Beobachtungs“-Liste zu landen.

In den USA gibt es dazu noch weitergehendere Schritte, denn das sog. „Watchlisting Guidnce rule book“ aus 2013 (englisch für „Überwachungslistenregelbuch“) stellt eine ganze Reihe von Listen den jeweiligen Behörden zur
Verfügung. Gleichzeitig ist es ja so dass auch in Deutschland die Regeln immer undurchsichtiger werden (was bitte ist ein „Gefährder“? So etwas wie ein „Illegaler Kämpfer“, so wurden die Guantano Insassen bezeichnet?)
Das bedeutet, dass ein verwirrendes und vollgestopftes System mit unglaublich vielen Ausnahmen den Begriff des „begründeten Verdachts“ mittlerweile völlig ausgehöhlt hat.

Die Regierung verfolgt sog. „Terroristen“ und „bekannte Gefährder“.

Auf so einer Überwachungsliste zu landen geht schneller als man denkt, es reicht aus wenn eine Stelle der Meinung ist, dass man Geschäfte mit solchen Leuten macht.

Hina Kamshi, die die US Bürgerrechtsbewegung ACLU bei ihrem sog. nationalem Sicherheitsprojekt vertritt, sagt: „Anstelle die ÜBerwachungsliste auf tatsächliche, echte bekannte Terroristen zu begrenzen, hat
die Regierung ein immenses System geschaffen auf Basis der unbegründeten Annahme und mangelhaften Voraussetzung, dass sie mit diesem System potenzielle Terroristen vorhersagen kann.“
„Mit dieser gefährlichen Idee führt die Regierung ein Schwarzbuch verdächtigter Personen ein und zwingt sie zur unmöglichen Aufgabe, zu beweisen dass sie keine Bedrohung sind.“

Wer bestimmt was ein Terrorist ist?

Die Richtlinien zur Erkennung und Feststellung, wer ein Terrorist ist, sind so vage formuliert, dass jedwede Personen in dieser Liste eingetragen werden können, solange jemand der Meinung ist ihre Taten seien terroristisch. Solche Taten reichen von Handgesten als Pistole bis zum herstellen eigener Gold und Silbermünzen.

Wer sagt, dass nicht auch Kryptowährungsbesitzer darunter fallen? Dass Bitcoin anonym ist, kann jedenfalls zumindest bezweifelt werden.

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